Course No.: 848181
Teaching: Charlotte Thorn

Gut Ding will gut Weile haben. Ausgehend von geologischen Prozessen, einfachen biologischen Organisationsformen, hybriden Umgebungen und posthumanen Ökosystemen untersucht das Seminar, wie die dauerhafte Präsenz einfacher Maschinen als aktive Gestalter von Raum wirken kann.

Mit Hilfe minimalistischer Roboterarchitekturen, ökologischer Rückkopplungsschleifen und ambienter Technologien erforschen die Studierenden, wie langsame, kontinuierliche Maschinenprozesse ökologische Systeme hervorbringen, die die Grenze zwischen „natürlich“ und „künstlich“ zunehmend auflösen.

Aufbauend auf Materialexperimenten und praktischer Prototypenentwicklung setzen sich die Teilnehmenden mit dem Zusammenspiel von Materialität, Geometrie, Umweltbedingungen, sensorischer Wahrnehmung und maschinellem Verhalten auseinander. Im Zentrum steht die Entwicklung kleiner, sensorbasierter Maschinen – sogenannter „Critter“ –, die Aspekte ihrer Umgebung wie Bewegung, Licht oder Klima erfassen und in physische Aktionen übersetzen.

Durch ihren fortlaufenden Betrieb verändern diese Maschinen ihre Umgebung und hinterlassen kontextabhängige Spuren. Präsenz führt zu Transformation, Wiederholung zu Beständigkeit.

Vor diesem Hintergrund stellen wir uns die Fragen:
Wie nehmen einfache Maschinen ihre Umwelt wahr?
Wie greifen sie in ihre Umgebung ein?
Und welche langfristigen Spuren entstehen durch ihr kontinuierliches Handeln?