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Dienstag, 15. Oktober 2019 12:29
E3 - Post-Digital Instabilities : Spatial Monsters Drucken E-Mail

WS19 | LV-Nr: 848136

Typ/Stunden: EP 4 ECTS-AP 7,5

LV-Betreuung: Prof. Marjan Colletti, Peter Massin

FIRST MEETING: Mittwoch 09. Oktober um 10:00 am Institut


In Kombination mit: 

SE Vertiefter Entwurf: Hochbau (5 ECTS, Theresa Uitz)

SE Konzept und Methoden des Entwurfs (2,5 ECTS, Andreas Körner)

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auf "weiter" für die Themenbeschreibung / click "weiter" for the syllabus OR this link bac_post-digital_instabilities_syllabus for pdf-download


LERNERGEBNIS / LEARNING OUTCOME (lt. Curriculum)

Die Studierenden sind in der Lage, integrative Entwurfs- und Planungsaufgaben zu bewältigen. Sie können selbstständig und in reflektierter Weise ein architektonisches Konzept formulieren, mit dem Diskurs in Verbindung setzen und in unterschiedlichen Maßstäben umsetzen. Sie verfügen über spezifisches Methodenwissen und Fertigkeiten zur Integration von ästhetischen, funktionellen, programmatischen, urbanen, typologischen, technischen und ökologischen Aspekten.

english:

Students can accomplish integrative tasks in architectural design and planning. They are able to critically formulate architectural concepts independently, situate them in the architectural discourse and realise them across a variety of scales. Students are familiar with a series of methods and special skills which are required to integrate aesthetic, functional, programmatic, urban, topological, technical and ecological aspects into their designs.

INHALT / CONTENTS (lt. Curriculum)

Vermittlung von Methoden der Analyse und Synthese innerhalb einer Entwurfsaufgabe; Verständnis für die Wechselwirkungen des Entwurfs und seinem urbanen, soziokulturellen oder diskursiven Kontext.

english:

Imparting of methods of analysis and synthesis within an architectural design tasks; Understanding of the dynamics between architectural designs, their urban surroundings, their socio-cultural impacts, and the discussion of their relevance to contextual discourses.

Thema / Brief

Post-Digitalia

Die zunehmende Digitalisierung hat unsere heutige Gesellschaft auf eine Art geformt und beeinflusst, welche zu einer Veränderung und Anpassung unseres täglichen Lebens und unserer kulturellen Landschaft geführt hat. Digitale Technologien erscheinen uns als selbstverständlich und werden oft nicht wahrgenommen, geschweige denn kritisch hinterfragt. Dieser Umstand beeinflusst nicht nur unser individuelles Verhalten, sondern auch unsere Kultur an sich. Folglich leben wir nun in einer Welt welche durch digitale Massenmedien (in)formiert ist. Diese Welt passt sich ständig an und kann weder als prä-digital noch als digital bezeichnet werden: sie ist post-digital. Diese Annahme erlaubt es uns als Gestalter, vormals als statisch geltende Grundpfeiler (wie Natur, Kontext, Handwerk, Material, Typologie), als Annäherungen neu zu verhandeln.

english:

Increasing digitalisation has influenced and formed contemporary society in a way that our daily lives, as well as our cultural environment, have changed and adjusted. Digital technologies appear as self-evident, neither being explicitly noticed as such nor critically questioned. This influences not only individual behaviour but also culture itself. We now live in a world that is (in)formed by digital mass media; it has incrementally adapted and therefore cannot be defined any longer as pre-digital or digital but as post-digital. This allows designers to re-negotiate previously solid design pillars (such as nature, context, craft, material, typology) as approximations.

Eccentric Instability

Im Bezug auf den architektonischen Entwurf bedeutet das, die Verwendung digitaler Werkzeuge als indiskutablen Bestandteil anzuerkennen. Die resultierenden Gestaltungsprozesse würdigen folglich Erscheinungen wie Fehler, Verzerrungen und Rauschen als natürliche, dem Prozess innewohnende, Phänomene. Die Schnittstellen und Überlagerungen von digitalem Entwurf und Materialität erzeugen eine Zone formaler Unklarheit aber materieller Wahrheit. In diesem Sinne etablieren post-digitale Prozesse neue Rahmenbedingungen für das Verhältnis zwischen Intention und Resultat. Während digitale Gestaltungsvorhaben als stabil definiert werden können, verbleiben die Resultate instabil. Dies ist die Folge verschiedener Ungenauigkeiten in Übersetzungsprozessen (Fabrikation und Materialeigenschaften) präziser digitaler Ideen in unsere materielle Welt. Diese unklaren Ergebnisse sind nicht einfache Abbildungen digitaler Bilder, sondern morphologische Deformationen derer.

english:

In the context of architectural design this assumes the use of digital tools of creation as granted and standard. Such design processes consecutively esteem occurrences such as bugs, errors, distortion or noise as process- inherent and natural. The interference and overlay of digital design and materiality generate a thick grey zone of formal ambiguity but material truth. In that sense post-digital processes establish a new framework of honesty regarding the relationship between intention and result: Whilst a digital design intention can be defined as stable its results remain unstable. This is due to diverse uncertainties deriving from migrating it into the physical world; mainly the fabrication process and material properties. These unstable outcomes are not simply physical images of a digital picture but morphological deformations.

Spatial Monsters

“everything has already been said, everything has already been written.[1]

Ist es überhaupt möglich, etwas Neues zu gestalten? In unserer vernetzten Welt ist es eine große Herausforderung etwas wirklich Neues oder Individuelles zu gestalten, ohne (unbewusst oder ignorant) sich auf existierende Ideen zu referenzieren, bzw. diese bewusst zu zitieren. In vielen kreativen Gebieten, z.B. Musik und Kunst, ist die Zitation nichts Neues. Man könnte argumentieren, dass der resultierenden Methode etwas Neues zu entdecken in einer fragmentierten/verschwommenen/verzerrten Analyse der Vergangenheit liegt, deren Ergebnisse neu konfiguriert und im zeitgenössischen Kontext verortet werden. Solche post-digitalen Prozesse provozieren exzentrische und enigmatische Monster.

english:

Is it even possible to design something new? In our connected world it is rather challenging to produce truly individual or new content without referring (unknowingly or ignorant) – through citing or sampling- to existing work. Within the fields of music and visual arts the method of citations or samples is nothing new. As a result, one could argue, that the true path to discover something new lies in the fragmented/blurred/distorted review of the past and a new configuration and allocation in a contemporary context. Those post-digital processes provoke eccentric and enigmatic monsters.

Ziele / Aims

In dem Bachelor-Programm „Post-digital Instabilities: Special Monsters“ soll ein exzentrisches Stadthaus auf einem vorgegebenen Bauplatz in Rom entworfen werden. Die resultierende Struktur kann verschiedene Funktionen beherbergen.

english:

Post-digital Instabilities: Special Monsters is a bachelor design studio that focuses on eccentric design of a townhouse on a given plot in the city of Rome. The resulting structure has to accommodate various functions.

Methoden / Methods

Studentinnen und Studenten dieses Entwerfens sollen den Prozess des architektonischen Gestaltens aus der perspektive einer post-digitalen Entdeckerin bzw. Entdeckers sehen. Inspiriert vom dynamischen Zeitgeist des Barocks ist es Aufgabe dieses Entwerfens sich mit dessen exzentrischen Formen, dynamischen Systemen und fluktuierenden Programmen zu befassen. Formale und kontextuelle Referenzen zu dieser Epoche der Rhythmen und exzentrischen Interpretationen bilden die Rahmenbedingungen für die Entwürfe. Wir werden uns mit den diversen Verhältnissen zwischen Raum und Materialität auseinandersetzen und den ausgedehnten Fundus räumlicher Konzepte, formaler Kanons und einer turbulenten Umwelt verstehen, ohne zu tief in die historischen Details des Barocks einzutauchen.

Der Fokus liegt hier in der geometrischen Konstruktion und der Ausarbeitung von Übergängen. Innen und Außen können unabhängig voneinander entwickelt werden und die daraus resultierenden geschichteten Zwischen-, Nischen- und Verdickungsräume werden zur artikulierten Hülle. Folglich gehen der Kern und Fassade eine instabile Beziehung miteinander ein; deren Resultat ist eine exzentrische Artikulation.

Ein erfolgreicher Entwurfsprozess wird ab dem ersten Treffen zu abgeschlossenen Teilergebnissen für den Entwurf führen. Ein „finaler“ Entwurf, also eine Variation vieler Versuche, soll vermieden werden.

english:

As part of this design studio you should approach architectural design from the perspective of a post-digital explorer. Inspired by the dynamic Zeitgeist of the baroque you should play with highly eccentric forms, dynamic systems, fluctuating programs. Taking formal and contextual reference from this crucial period of architectural culture, with its rhythmically reoccurring and eccentric re-interpretations, constitutes a design framework for this studio. We will explore the vice-versa relationships between constructed space and grown materiality. We will look at this styleless epoch as vast pool of spatial concepts, formal canons, and turbulent environments. Without venturing too deep into the Baroque’s historic details, but given its socio-cultural relevance for the post-digital, such a reference is required to form a critically reflected foundation for this design studio.

A strong focus lies on the geometric construction and planning of thresholds. Inside and outside environments can be developed independently. Consequently, the void/niche/poche space in-between those convoluted and folded layers become the architectural fabric – core and shell engage in partially instable relationships that result in eccentric articulations. This method forms the basis of a critical discussion of the architectural envelope in a post-digital context.

A successful process will produce final results from the first meeting on. A "final" design (i.e. a variation of many experiments) should be avoided.

Exkursion / Excursion

Das Bachelor Entwerfen ist mit einer Exkursion zu den italienischen Städten Turin, Neapel und Rom verbunden.

                Betreuer der Exkursion: Prof. Marjan Colletti, Tiziano Derme

english:

The design studio is linked to an excursion to the Italian cities or Turin, Naples and Rome. The plots will be allocated in Rome on a traditional urban block and each student will deal with one slice.

                Excursion supervisors: Prof. Marjan Colletti, Tiziano Derme

PRÜFUNGSMODUS / ASSESSMENT

Die Lehrveranstaltung ist ein Seminar mit immanentem Prüfungscharakter, d.h. Lehrveranstaltungsprüfung gemäß § 7 Satzungsteil, Studienrechtliche Bestimmungen.

Die Bewertung setzt sich aus der erbrachten Leistung während des Semesters und der Qualität der Leistung des Abgabeprojektes zusammen. Die Bewertungsmatrix ist im Appendix einsehbar. Es werden bei angekündigten Zwischenpräsentationen Bewertungszwischenstände bekannt gegeben.

Es besteht Anwesenheitspflicht - nach wiederholten (3mal) unentschuldigten Fehlen muss die LV negativ bewertet werden. Abmeldungen sind nur bis 23.10.2019 (13:00Uhr) möglich.


 

ZEITPLAN / MEETING TIMES

-       mittwochs, 10:00

-       ggffs. donnerstags nach Vereinbarung (gebundene Seminare)

-       siehe olat-Kalender

 

Zusätzliche Workshops können auch an anderen Tagen während des Semesters zum Aufbau von notwendigen Fähigkeiten und zur konkreten Arbeit am Projekt stattfinden.

ERWARTUNGEN / EXPECTATIONS

Es wird während dem gesamten Semester die volle Aufmerksamkeit erwartet, die dem HAUPTFACH Entwerfen entspricht!

Für pinups, midterm reviews & die Ausstellung werden die Erwartungen abhängig von den individuellen Projekten bekanntgegeben.

Grundsätzlich wird ein großes Interesse an digitalen Entwurfsmethoden (CAD/CAM), Technik und vor allem Ästhetik vorausgesetzt.

ABGABE UNTERLAGEN / SUBMISSION MATERIAL

Der Abgabeumfang richtet sich individuell am jeweiligen Projekt und wird in Absprache mit den Betreuern festgelegt.

AUSSTELLUNG / PROJECT SITE AND EXHIBITION

Die Ergebnisse werden zu den Zwischenpräsentation am Institut ausgestellt. Die Bachelorarbeiten werden im Rahmen der Jahresendausstellung im Foyer der Fakultät ausgestellt und präsentiert.

VORAUSSETZUNGEN / PREREQUISITES

Es wird erwartet, dass die Studierenden in der Lage sind ihre Entwürfe und architektonischen Ideen in Form von Modellen und Zeichnungen auf hohem Niveau zu kommunizieren und darzustellen.


 

LITERATUR / LITERATURE

Benjamin, Andrew (2006): Surface effects. Borromini, Semper, Loos. In The Journal of Architecture 11 (1), pp. 1–36. DOI: 10.1080/13602360600636099.

 

CALABRESE, OMAR (2017): Neo-Baroque. A sign of the times. [S.l.]: Princeton University Press.

Chapters:

4. Detail and Fragment

5. Instability and Metamorphosis

10. Distortion and Perversion

 

Colletti, Marjan (2010): DigitAlia. The Other Digital Practice. In Marjan Colletti (Ed.): Exuberance. New virtuosity in contemporary architecture, vol. 80. Chichester: Wiley (Architectural design, 80,2), pp. 16–23.

 

Colletti, Marjan (2016): The Awesome and Capricious Language of Past, Present and Future Digital Moods. In Matias del Campo (Ed.): Evoking through design. Contemporary moods in architecture, vol. 86. Oxford: John Wiley & Sons (Architectural design, vol. 86, 06 (November/December 2016)), pp. 118–125.

 

Colletti, Marjan (2017): Post-Digital-Neo-Baroque - Reinterpreting Baroque Reality and Beauty in Contemporary Architectural Design. In Walter Moser, Angela Ndalianis, Peter Krieger (Eds.): Neo-Baroques. From Latin America to the Hollywood Blockbuster. Leiden, Boston: Brill Rodopi (Postmodern studies, volume 55).

 

Delbeke, Maarten; Leach, Andrew (2017): The Future of the Baroque, c. 1980. In Andrew Leach, John Macarthur, Maarten Delbeke (Eds.): The Baroque in architectural culture, 1880-1980. London: Routledge, Taylor & Francis Group, pp. 231–237.

 

Farago, Claire; Hills, Helen; Kaup, Monika; Siracusano, Gabriela; Baumgarten, Jens; Jacoviello, Stefano (2015): Conceptions and reworkings of baroque and neobaroque in recent years. In perspective (1), pp. 43–62. DOI: 10.4000/perspective.5792.

 

Lynn, Greg (1999): Animate form. New York: Princeton Architectural Press.



[1] Omar Calabrese: Neo-Baroque. A sign of the times, [S.l.]: PRINCETON UNIV PRESS 2017, S. 44.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 02. Oktober 2019 )
 
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