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Mittwoch, 19. Dezember 2018 03:14
E4 Bachelor - (im)precision Drucken E-Mail
WS18 / SS19 | LV-Nr: 848104
(IM)PRECISION - Strategien für Raum- und Konstruktionsbildung
Typ/Stunden: EP 5 ECTS-AP 10
LV-Betreuung: Schmidbaur, Karolin; Allner, Lukas; Vaillo, Gonzalo; Opperer, Cristoph
FIRST MEETING: Donnerstag 11 Oktober um 13:00 am Hochbau Institut

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(Im)precision
Strategien für Raum- und Konstruktionsbildung

Einleitung

Wir widmen uns in diesem Studio der Entwicklung freier Raumkonzepte und ihrer schrittweisen Übersetzung in real greifbaren, konstruierten und materialisierten Raum. Dabei wird im ersten Semester ein Raum Prototyp entstehen, auf dessen Erkenntnissen im zweiten Semester ein komplettes Architekturprojekt erarbeitet wird.
Das Studio verhandelt absichtlich Gegensätze, um über das Zulassen von Zwischenräumen und Unschärfen und das in ihnen entstehende "dritte Bild" möglicherweise zu andersartigen aber auch gesamtheitlicheren Lösungen zu gelangen. 
In einem Entwurfsprozess, in dem Räumliches Konzept und Materiallogik als jeweils eigenständige, miteinander verhandelbare Größen gesehen werden, untersuchen wir, wie deren Wechselspiel andersartige Lesarten, eine andere Art der Raum- Wahrnehmung und Artikulierung (Materialisierung) ermöglichen kann. 
Gleichzeitig kombinieren wir analoge und digitale Techniken, in deren feedbacks sowohl das Potential von Computergestütztem Entwerfen, als auch von Intuition aktiviert wird. Physische Modelle fördern hierbei eine intuitive Herangehensweise; digitale Werkzeuge erlauben uns, komplexe Datensätze und Informationen zu verarbeiten. 
Das verbindende Element zwischen physischen und digitalen Umgebungen ist die 3D Scantechnologie, die über das sehr offene Datenformat von individuellen Punkten eine interpretative Herangehensweise in der Übersetzung dieser losen Punktinformation in Raum und Material ermöglicht; ihre Transparenzen und diffusen Verwischungen öffnen Möglichkeiten einer andersartigen Lesart der 3D gescannten Geometrie als „Raumsystem". Möglichkeiten neuer Verknüpfungen (zwischen Punkten) ergeben sich ähnlich der freien Synapsenbildung im Gehirn, und damit quasi eine Art räumliche Plastizität der Punktwolken. 
Vom digitalen zurück in den physischen Raum bedienen wir uns u.a. der CNC Fräs- und 3D Drucktechnologie, die über die ihnen innewohnenden Herstellungsprozesse (Fräs- und Druckspuren, etc.) auch ihrerseits Abweichungen in der Informationsübersetzung liefern. In allen Arbeitsschritten ist also das bewusste Zulassen von „Fehlern" und „Zufällen" Teil der Entwurfsmethode.

ProjektAusgangspunkt für den Entwurf ist die vorgegebene Punktwolke eines real existierenden Gebäudes, aus der wir Ausschnitte über eine Serie von physischen Modellen frei interpretieren.
Dabei nutzen wir das Kriterium von Dichte als Untersuchungsgröße in unterschiedlichen Maßstäben. Dichte interessiert uns im Zusammenhang mit dem Räumlichen Konzept z.B. als Porosität des architektonischen Raumes, also die Abfolge und der Zusammenhang von Räumen in vielleicht unterschiedlichen Proportionen und Maßstäben, oder auch die Neuverbindung von Punkten über individuell zu definierende Beziehungslogiken. Im Zusammenhang mit der zu entwickelnden Materiallogik kann Dichte als tatsächliche Dichte und/oder Durchlässigkeit der raumbeschreibenden und raumbildenden ‚Materie‘ an sich, als Fügungslogik von Komponenten, etc. gelesen werden.
In weiterführenden, analogen und digitalen Entwurfsschritten, in denen jeweils Abweichungen vom Ist- Zustand und damit Weiterentwicklungen zugelassen werden, wird ein neues Raumsystem generiert, als Momentaufnahme eines möglichen Raumgefüges festgeschrieben und über die Benutzbarkeit (die Vision einer Anwendung) Schritt für Schritt in den Bereich der Architektur übersetzt. Die Übersetzung vom abstrakten Modell zum Architekturmodell durchläuft die folgenden Schritte:
1: Registrierung/Identifikation/Mapping unterschiedlicher Grade von Dichte innerhalb einer räumlichen Formation (Punktwolke) mit architektonischen Werkzeugen: Zeichnung, physisches Modell, digitales Modell, etc. 2: Geometrisierung der Dichtekonditionen durch Linien, Flächen, Körper 3: Definition von Maßstab, Positionierung, Umgebung  4: Bedeutung: Spekulation über die Benutzbarkeit / Programm, statische Prinzipien, Konstruktion -> Arbeit in feedbacks: Punktwolke > Modell > Scan > digitales Modell > physisches Modell ... / Punktwolke > Zeichnung > Modell > etc ......


ErgebnisZiel des ersten Semesters ist es, einen Raum- Prototypen zu entwickeln, der eine neue Wahrnehmung von Raum, Form, Benutzbarkeit, Konstruktion, Material und Atmosphäre beschreibt. Der Begriff Prototyp steht für ein offenes Raum-Konstruktion-Material Beziehungs-System, kein Gebäude, sondern eine Art Raum Code, der als Thema in konkreten Anwendungen weiterentwickelt wird. 
Ziel des 2. Semesters ist es, auf Basis des entwickelten Prototypen ein umfassendes Architekturprojekt zu produzieren. 
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 06. Oktober 2018 )
 
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